Siliconharz-Fassadenfarben
Siliconharz-Fassadenfarben vereinigen in sich die Vorteile der bewährten Dispersionsfarben und klassischen Silikatfarben. Sie besitzen eine mineralische Grundstruktur, sind nicht filmbildend und erzielen mineralmatte, kalkfarbenähnliche Oberflächen. Ihre Eigenschaften prädestinieren sie auch für den Einsatz auf denkmal-geschützten Bauten und kalkreichen Putzen.
Beschichtungen mit Siliconharzfarben (zum Beispiel Amphisilan) sind nicht thermoplastisch und spannungsarm sowie mikroporös. Ihr Regenschutz entspricht der Klasse „niedrige Wasserdurchlässigkeit“ nach DIN EN 1062 mit einem w-Wert von 0,08 [kg/(m2 . h0,5)]. Außerdem besitzen sie hohe Wasserdampfdiffusion (sd-H2O-Wert = 0,05 m). Sie sind Kohlendioxid-durchlässig und beständig gegen aggressive Luftschadstoffe.
Spezielle Siliconharzfarben eignen sich vor allem für die Erst- oder Renovierungsbeschichtung von intakten Wärmedämm-Verbundsystemen (zum Beispiel Thermosan). Mit ihnen können Oberflächen aus Kunstharz-, Silikat-, Siliconharz-, Kalk-Zement- oder Leichtputz gestrichen werden. Bindemittelbasis dieser Werkstoffe ist eine Kombination aus Siliconharz-Emulsion und spezieller Kunststoffdispersion. Die Produkte sind mit einer algiziden und fungiziden Filmkonservierung ausgerüstet und schützen damit die Beschichtung vorbeugend gegen Algen- und Pilzbefall. Ihr besonders hoher Regenschutz ist durch einen w-Wert von 0,02 [kg/(m2 . h0,5)] gekennzeichnet, ihr Wasserdampfdiffusionsvermögen durch einen sd-H2O-Wert von 0,06 m. Mit den Spezialfarben lassen sich feine putztechnische Risse verschlämmen.
Siliconharz-Fassadenfarben lassen sich vielseitig anwenden. Sie eignen sich zur Beschichtung von Putzen der Mörtelgruppen PIc, PII und PIII, alten Silikatfarben und putzen, tragfähigen Dispersionsfarben-Beschichtungen, Ziegel-Sicht- und Kalksandsteinmauerwerk. Die filmkonservierten Spezialfarben können außerdem nach entsprechender Grundbeschichtung auf unbehandelten Faserzementplatten sowie Faserzementplatten mit silikatischer Beschichtung (zum Beispiel Glasal) eingesetzt werden.
Siliconharz-Werkstoffe dürfen nicht mit anderen Anstrichmitteln wie etwa Volltonfarben auf Dispersions- oder Silikatbasis vermischt werden. Auch die zum Beschichtungssystem gehörenden Grundierungen wie etwa Amphisilan-Tiefgrund,-Grundierfarbe und -Grundfestiger dürfen nicht untereinander oder mit anderen Werkstoffen versetzt werden. Verarbeitet werden können Siliconharzfarben mit Pinseln, Rollen und Airless-Spritzgeräten (algizid, fungizid eingestellte Typen im Airless-Rollverfahren).
Kapillarhydrophobie schafft saubere Fassaden
Fortschritte in der Siliconharzfarben-Entwicklung haben zu besonderer Verschmutzungsresistenz dieser Werkstoffe geführt. Sie sind jetzt durchgängig kapillarhydrophob eingestellt. Hierdurch wird die Wasseraufnahme reduziert, ohne dass dabei die Wasserdampfdurchlässigkeit behindert wird. So kann ein schnelles Trocknen der Oberflächen erzielt werden. Die Beschichtungen sind nicht thermoplastisch und quellen durch Feuchteeinwirkung nicht an, so dass auch bei Sonnen- und Regeneinwirkung keine Oberflächenklebrigkeit entsteht und die Anhaftung von Schmutzpartikeln minimiert wird.
Zusätzlich wird durch das Verwenden spezieller Pigmente erreicht, dass Ablagerungen oxidativ abgebaut werden. Durch Einsatz besonderer photokatalytisch wirkender Pigment-Füllstoff-Kombinationen entstehen nanostrukturierte Oberflächen mit entsprechend geringem Anschmutzverhalten. Hinzu kommt eine gezielt abgestimmte, nicht zu große Oberflächenhydrophobie, da die Praxis eine stärkere Verschmutzungsneigung bei einem zu hoch eingestellten Wasser-Abperleffekt aufgezeigt hat.
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