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Energieberatung -> Wärmebrücken -> Warum Wärmebrücken vermeiden?

Das Titelbild zeigt eine mit einer Infrarotkamera aufgenommene Fassade: Deutlich zu erkennen ist die Wärmestrahlung, die von der einbindenden Betondecke ausgeht. Wärmebrücken erhöhen den Heizenergieverbrauch, sie verschlechtern die Behaglichkeit im Raum und können in extremen Fällen eine Schädigung der Bausubstanz mit sich bringen.
Erhöhter Energieverbrauch:
Der verstärkte Wärmeabfluss führt zu höheren Umweltbelastungen und erhöht die Heizkosten für den Nutzer.
Beeinträchtigung der thermischen Beahglichkeit
Durch den erhöhten Wärmefluss im Bereich einer Wärmebrücke sinkt dort auch die innere Oberflächentemperatur des Außenbauteils im Winter. Kalte Oberflächen haben zur Folge, dass der Bewohner einen „Zug“ zu spüren vermeint. In Wirklichkeit wird ihm wesentlich mehr Strahlungswärme entzogen als bei höheren Oberflächentemperaturen. Um dieser Unbehaglichkeit zumindest teilweise entgegenzuwirken, wird der Bewohner die Heizung höher stellen, um die Raumlufttemperatur zu erhöhen. Dadurch steigt der Heizenergieverbrauch noch mehr. Die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und mittlerer innerer Oberflächentemperatur der begrenzenden Raumflächen sollte nicht mehr als 3 °C betragen.
Mangelhafte Wohnhygiene
Die niedrige innere Oberflächentemperatur im Bereich einer Wärmebrücke kann zu Tauwasserausfall führen. Tauwasser bildet sich dann, wenn warme, feuchte Luft auf eine kalte Oberfläche trifft und dort unter den so genannten Taupunkt abgekühlt wird. An den dann feuchten Stellen sammelt sich Staub und bildet in Verbindung mit Tapetenkleister und Anstrich einen idealen Nährboden für die Sporen von teils gesundheitsschädlichen Schimmelpilzen. Insbesondere in Räumen mit nutzungsbedingt höherer Luftfeuchtigkeit wie Küchen und Bädern ist diese Gefahr groß. Aus wohnmedizinischer Sicht sollte die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 60 % liegen. Um Tauwasserausfall zu vermeiden, sollte eine Innenoberflächentemperatur der Kanten von 10 °C keinesfalls unterschritten werden. Ein Neubau mit sehr gutem Wärmeschutz (vgl. Energiesparinformation - 3 „Niedrigenergie häuser“) garantiert auch in Gebäudeecken stets eine Oberflächentemperatur, die Tauwasserausfal sicher ausschließt.

An einer durch Wärmebrückenwirkung eines Betonsturzes ausgekühlten Wandfläche schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Der Schimmelpilz hat ideale Bedingungen für sein Wachstum
Gefährdung der Bausubstanz
Der Tauwasserniederschlag im Bereich von Wärmebrücken kann bei längerer Durchfeuchtung zu Bauschäden führen. Dies wird durch die Tatsache noch verstärkt, dass die einmal durchfeuchtete Wand aufgrund der dadurch erhöhten Wärmeleitfähigkeit innen weiter abkühlt und so die Wärmebrückenwirkung erhöht wird.

Temperaturen in der Außenkante bei unterschiedlichem Dämmstandard der Außenwand. Jeweils links sind die Temperaturen in der Kante, rechts die auf der Innenoberfläche der ungestörten Wand dargestellt. Es ist zu erkennen, dass sich erst bei sehr gutem Wärmeschutz befriedigende Temperaturen in der Kante einstellen (Außentemperatur -10 °C, Raumtemperatur 20 °C) |